Die Zukunft von Green IT

PRESSEMITTEILUNG

Die Zukunft von Green IT

24.09.12
Der 21. Future Network and Mobile Summit 2012 (4.-6. Juli 2012 in Berlin) beschäftigte sich dieses Jahr mit dem zukünftigen Internet (Future Internet) und den dafür notwendigen Infrastrukturen (Mobil und Festnetz) sowie den Möglichkeiten und Potenzialen zukünftiger Anwendungen. Auch dieses Jahr diskutierten wieder mehr als 500 internationale Besucher aus Wirtschaft und Forschung auf der von der Europäischen Kommission unterstützten Veranstaltung.

Ein zentraler Bestandteil war das Forum “Sustainability”, welches von Dr. Fiona Williams (Ericsson) geleitet wurde und vier Vorträge beinhaltete. So sprach Dr. Lutz Stobbe (Fraunhofer IZM) über das Thema “Green IT Evolution – From Energy Efficiency towards Life Cycle Optimization”, Didier Bourse (Alcatel-Lucent, Frankreich) über “The GreenTouch Vision for Sustainable ICT Networks”, Prof. Klaus David (Universität Kassel) widmete sich dem Thema “Energy Efficiency as an App” und Mark Daly (ESB, Irland) schließlich sprach über “Smart Energy/eMobility – Challenging ICT Models”.

Dr. Stobbe stellte nach einer kurzen Einführung über den Energieverbrauch von IKT in Deutschland das Technologieprogramm IT2Green des BMWi vor. Dabei behandelte er insbesondere den Themenbereich „Grüne Telekommunikation“ und ging exemplarisch auf die IT2Green-Projekte ComGreen, IntelliSpektrum und DESI ein. Aktuell forschen diese Projekte an Themen wie einer verbesserten Nutzung des Funkspektrums, der Vermeidung von Interferenzen durch eine optimierte Netz-Topologie sowie der gezielten Abschaltung von Hardwarekomponenten und ganzen Netzelementen in Büroumgebungen. Stobbe betonte, dass man in Zukunft den gesamten Lebenszyklus der IKT Produkte – von Produktion, Transport, Nutzung bis zum Recycling – betrachten und optimieren müsse, um den Energie- und Ressourcenverbrauch nachhaltig zu gestalten.

Prof. David stellte die Energiewende der Bundesregierung vor, insbesondere die mögliche Vision, bis 2050 eine umfassende regenerative Energieversorgung zu erreichen. Dabei reiche es nicht, nur die Effizienz der IKT-Produkte zu verbessern. Da der IKT-Energieverbrauch nur wenige Prozent des gesamten Verbrauchs ausmache, sei es auch notwendig, beispielsweise in den Bereichen Mobilität und Heizung deutlich effizienter zu werden, so David.

Er zeigte, dass das IT2Green-Projekt PINTA, welches im Kern die Verbrauchsreduzierung von IKT zum Gegenstand hat, auch einen wichtigen Betrag für die gesamte Energieeffizienz, z. B. von Gebäuden, beisteuern kann. Würden die Heizungen in Gebäuden so gesteuert, dass sie sich automatisch dem Nutzerverhalten anpassten, wäre das theoretische Einsparpotenzial größer als der gesamte, aktuelle Energieverbrauch von IKT in Deutschland.

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