Die Industrialisierung der IT-Prozesse wird kommen
12.07.12
Auf der Konferenz „Rechenzentren & Infrastruktur 2012“ in München wagten Marc Wilkens von GGC-Lab und Jürgen Urbanski von der Deutsche Telekom einen Blick in die Zukunft: Beide Keynote Speaker betonten die zukünftige Umstellung des RZ-Betriebes in Richtung „hochmodulare Produktionsplattformen“. Hier konnte insbesondere der Vortrag zum GGC-Lab zeigen, welche technischen Herausforderungen sich mit diesem Wandel ergeben. Dabei wurde vor allem die Notwendigkeit von „Performance- und Energiemonitoring“ im Rechenzentrum deutlich: Nur wer sein Rechenzentrum genau beobachtet, kann die Möglichkeiten des Cloud Computing wirklich nutzen.
Die ersten Projektergebnissen des GGC-Lab zeigten den Anwesenden in München die Chancen und Risiken von Lastmanagement und Kühleffizienz für ein Produktiv-Rechenzentrum am „best practice Beispiel regio iT“. Anhand von detaillierten Analysen zum Gesamtenergiebedarf des Rechenzentrums wurden die Auswirkungen von Power- und Air-Management, Optimierung der Klimatisierung und vor allem Virtualisierung als erster Schritt zum Cloud Computing sichtbar gemacht.
Das besondere Interesse der gut 50 Teilnehmer weckte die Darstellung der tatsächlich realisierten Effizienzgewinne (kWh), die entsprechenden Investitions- und Energiekosten (Euro) sowie Amortisationszeiten (Monate) für die einzelnen Maßnahmen. Über einen Zeitraum von fast vier Jahren konnte gezeigt werden, wie die Effizienzgewinne (geringere Leistungsaufnahme) genutzt wurde um neue virtuelle Maschinen und zusätzliche IT-Hardware zu installieren. Die Teilnehmer waren sich auch hier einig: im täglichen Betrieb von Rechenzentren ist ein gutes Monitoring von IT und Gebäudetechnik unbedingt notwendig.
Beispiel für ein detailliertes Energiemonitoring im RZ Bild: GGC-Lab
Im Sinne einer Industrialisierung der IT zeigt das Ergebnis des Cloud-Labors also: Die Produktivität des Rechenzentrums wurde bei gleichem Aufwand (Stromkosten) deutlich gesteigert.
Bei der anschließenden Diskussion im Workshop wurde aber auch deutlich, dass sich dieses Ergebnis leider nicht in den bisher gängigen Kennwerten für den RZ-Betrieb widerspiegelt. Mit den heute üblichen Metriken, wie zum Beispiel dem PUE, kann kein direkter Bezug des Energiebedarfes zum eigentlichen Nutzen der IT hergestellt werden. Im Gegenteil: Die vorübergehende Abschaltung von physischen Servern im Zuge der Virtualisierung kann sogar dazu führen, dass der PUE-Wert schlechter wird. Das Ergebnis war hier: Gerade bei einer Industrialisierung der IT ist der Bedarf für aussagekräftige Kennwerte zur Darstellung der Produktivität von Rechenzentren groß.
Autor: Marc Wilkens, GGC-Lab
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe
Der Artikel zur ausführlichen Beschreibung des GGC-Fallbeispiels wird in iX – Magazin für professionelle Informationstechnik Ausgabe 03/2012, Sonderheft „Rechenzentren & Infrastruktur 2012“, erscheinen.

