Electronics goes Green
Die Electronics Goes Green 2012 ist die weltweit größte Fachtagung zum Thema Umwelt in der Elektronik und wird sich vom 9. bis zum 12. September in Berlin unter anderem mit dem Schwerpunkt der Material- und Ressourceneffizienz auseinandersetzen.
Moderne Elektronik und IKT sind ein aufkonzentriertes Gemisch von Wertstoffen. Nicht nur werden Gold, Silber, Platin und die ganze Palette der Buntmetalle verwendet, es kommen auch zahlreiche funktionale Rohstoffe wie Gallium, Germanium und Indium sowie seltene Erden zur Anwendung. Diese Materialien werden aufgrund der steigenden Nachfrage und der geringen Recyclingrate zunehmend wertvoller – das Elektroschrottrecycling gewinnt so immer mehr an Bedeutung. Dieser Entwicklung wird auf der Konferenz mit der Vorstellung aktueller Forschungsergebnisse Rechnung getragen.

Besucher der Electronics goes Green 2004. Bild: Fraunhofer IZM.
Ein viel stärkerer Innovationstreiber als bisher ist jedoch die Ressourceneffizienz sowohl bei Materialien als auch bei Energie. Gleichzeitig zeigen sich immer stärker die Herausforderungen eines globalen Marktes. In der Produktentwicklung müssen neue Leistungsmerkmale (Performance) mit geringeren Umweltlasten zu einem verträglichen Preis erzielt werden. Das bedeutet, dass in der Technologie- und Produktentwicklung sowohl technische als auch umweltbezogene Parameter als Zielgrößen definiert werden müssen.
An dieser Stelle setzt momentan die Forschung an. Sie identifiziert notwendige Zielgrößen und entwickelt Methoden für die Integration von Umweltfragestellungen in den technischen Entwicklungsprozess. Life Cycle Thinking und Life Cycle Engineering, d.h. eine am Produktlebenszyklus orientierte Entwicklung, bestimmen die heutige Forschungslandschaft.
Die Electronics Goes Green wird nach den Jahren 2000, 2004 und 2008 zum vierten Mal vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin ausgerichtet.
Die Fachtagung bringt Forscher und Entwickler der Elektronikbranche mit Politikern und Umweltexperten nichtstaatlicher Organisatoren zusammen. Sie hat wesentliche Themen gesetzt und damit Entwicklungstrends bestimmt.
Die Themen der vergangenen Jahre waren stark von der Europäischen Umweltgesetzgebung geprägt. Das Fraunhofer IZM ist hierbei ein wichtiger Partner – auf nationaler Ebene, für die Europäische Kommission und auch für die weltweite Elektronikindustrie. Die Ökodesign-Richtlinie und das Elektro- und Elektronikgerätegesetz sind auch in diesem Jahr wichtige Themenstellungen, da sie in der Technologieentwicklung reflektiert und in der Praxis umgesetzt werden müssen.
Weitere Themenschwerpunkte der Electronics Goes Green sind Green IT, Technologien und Fertigungsprozesse sowie soziale Verantwortung und Nachhaltige Entwicklung im Spiegel der Elektronikbranche.
Autoren: Dr. Nils F. Nissen, Dr. Lutz Stobbe, Fraunhofer IZM
Zur Veranstaltungswebsite: http://www.egg2012.de/

